Rente mit 60

Vorzeitige Rente- in welchen Fällen ist sie möglich und sinnvoll?
In den letzten Wochen ist das Thema Frührente wieder vielfach diskutiert. Das liegt auch daran, dass derzeit jeder zweite Deutsche in eine vorzeitige Rente geht. Das ist jedoch nur unter ganz bestimmten Bedingungen möglich.

Das allgemeine Eintrittsalter und die Bezüge

rente mit 60

Generationen die vor dem 01.01.1964 geboren sind, haben Anspruch auf einen früheren Rentenbeginn.

Viele Menschen fragen sich mit zunehmendem Alter wann sie welche Bezüge, in Form einer Rente beziehen können. Hier gibt es einige Vorgaben zu beachten. Es herrschen Ausnahmen in Bezug auf eine vorzeitige Rente und das allgemeine Renteneintrittsalter.

Prinzipiell ist das jetzige Rentenalter, nach der letzten Anhebung, nun bei 67 Jahren. Dieses Eintrittsalter müssen jedoch nur jüngere Generationen, die nach dem 01.01.1964 geboren wurden, erfüllen. Ältere Menschen, die vor diesem Datum geboren wurden, haben Anspruch auf einen früheren Bezug. Dabei ist kein allgemeingültiges Alter festgelegt, sondern wird individuell nach dem Geburtstag der Person errechnet. Generell gilt, für jedes Jahr vor dem Jahrgang 1964 werden zwei Monate von dem Renteneintritt abgezogen. Die Geburten vor 1958 werden mit einem Monat, für ein Jahr früher bedacht.
Möchte ein Arbeitnehmer nun eher in Rente gehen, bekommt er einen Abzug. Wenn mit einer Suchmaschine nach dem Stichwort “Rente mit 60 Abzüge” gesucht wird, erscheinen zahlreiche Antworten. Doch was entspricht der aktuellen Lage?

Rente mit 60 – Früher in Rente bedeutet Abzüge

abschlaege rente mit 60

Generationen die vor dem 01.01.1964 geboren sind, haben Anspruch auf einen früheren Rentenbeginn.

Richtig ist, dass der potentielle Rentner für jeden Monat, den er vor dem eigentlichen Eintritt früher in Rente geht 0,3% Abzüge erhält. Beträgt das Eintrittsalter also nur ein Jahr weniger, müssen auf 3,6% der eigentlichen Rente verzichtet werden. Bei einem Renteneintrittsalter von 63 Jahren sind das schon 18%. Da die gesetzliche Rente ohnehin bei den meisten Menschen nicht hoch ausfällt, überlegen sich viele Arbeitnehmer, überhaupt vorzeitig in Rente zu gehen. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit auf Zuschläge. Schiebt ein Arbeitnehmer seine Rente über das eigentliche Eintrittsalter hinaus, bekommt er 0,5% Zuschlag. Diesen Zuschlag erhält er also für jeden zusätzlichen Monat, wo er keine Rente bezieht, die ihm von Rechtswegen jedoch zusteht. Es kann als eine Art Bonus angesehen werde. Eine weitere Bedingung für eine Frührente ist, dass der Arbeitnehmer mindestens 45 Jahre lang eingezahlt haben muss, bevor er diese überhaupt beantragen kann.

Eine Rente mit 60 Jahrgang 1957 ist somit in der überwiegenden Zahl mit hohen Abschlägen verbunden. Frauen, die jedoch vor 1952 geboren wurden, haben noch eine Chance auf eine Rente mit 60 Jahren ohne Abzüge. Dafür müssen sie mindestens 15 Jahre versichert gewesen sein, sowie nach Vollendung des 40. Lebensjahres noch 120 Monate Beiträge an die Rentenversicherung abgeführt haben.

Sonderfall – Behindertenrente mit 60

Die sogenannte “Altersrente für Schwerbehinderte” ist eine besondere Form der Rente. Sie wird Personen gewährt, die einen Behindertengrad von mindestens 50% aufweisen. Sie ermöglichen somit Menschen, die unter schweren Belastungen stehen, die Arbeitsumgebung eher zu verlassen. Die Rente ist generell ab dem Alter von 63 Jahren angedacht, wenn zuvor mindestens 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt wurde. Sogar eine Rente mit bereits 60 Jahren ist möglich, dafür müssen jedoch empfindliche Abschläge in Kauf genommen werden. Zurzeit werden 10,8 % von der Rente abgezogen, wenn diese bereits mit 60 Jahren angetreten wird. So werden dem potentiellen Rentner jeden Monat bis zur Vollendung des eigentlichen Rentenalters bei Schwerbehinderten 0,3% von der Rente abgezogen. Es gibt dabei jedoch eine Ausnahme. Menschen, die vor dem 17.11.1950 geboren und gleichzeitig vor dem 16.11.2000 als schwerbehindert eingestuft wurden, profitieren von dem sogenannten “Vertrauensschutz”. Hier kann eine frühe Rente ohne jegliche Abzüge bezogen werden.

Rentner dürfen einen Hinzuverdienst haben

minijob rentner - hinzuverdienst

Ein Hinzuverdienst zur Rente durch beispielsweise Minijobs ist bis 450 Euro monatlich möglich.

Immer wieder kommt die Frage auf, ob Personen in Rente noch Geld hinzu verdienen dürfen. Oftmals ist dies auch notwendig, da die Rente meistens recht klein ausfällt und die Personen sich darüber hinaus noch etwas hinzu verdienen wollen oder sogar müssen. So verzichten viele Rentner lieber auf einen Zuschuss vom Sozialamt, der ihnen aufgrund der kleinen Rente zusteht, und verdient sich selbst noch was dazu. Die deutsche Rentenversicherung gibt dabei ganz klare Angaben, wann ein Rentner was dazuverdienen darf. Hat ein Arbeitnehmer seine Regelaltersgrenze bereits erreicht, darf er unbegrenzt dazu verdienen. Dem Rentenversicherungsträger muss in dem Fall auch keine Meldung über die Beschäftigung vorliegen. Tritt jemand die Rente jedoch vorzeitig an, gibt es Regelungen wie hoch der Hinzuverdienst ausersehen darf. Bei einer Vollrente darf eine Person höchstens 450 Euro verdienen. Darüber hinaus wird dann nur noch eine Teilrente gezahlt. Wird jedoch in der kommenden Zeit wieder weniger verdient, unter 450 Euro, geht das ganze nach einem entsprechenden Antrag wieder in eine Vollrente über. Die Teilrente gestaltet sich jedoch etwas schwieriger, lässt jedoch auch mehr Spielraum bei dem zusätzlichen Verdienst. Dabei ist der erlaubte Satz abhängig von der Art der Teilrente (1/3 oder 1/2 oder 2/3 Rente) und den Entgeltpunkten. Hier muss eine individuelle Berechnung der eigenen Situation erfolgen.

Eine Beratung kann hilfreich sein

beratung zur rente mit 60

Eine Beratung sollte individuell in Anspruch genommen werden.

Eine individuelle Beratung in Bezug auf die eigene Rentengestaltung kann in vielen Fällen sinnvoll sein. So macht es in einigen Fällen Sinn, die Rente bis zum eigentlichen Rentenalter hinauszuschieben, wenn die eigene wirtschaftliche Situation die Abzüge nicht erlaubt.

Eine Nebenbeschäftigung kann eine Rente durchaus gut aufstocken. Ein Experte für Rentenfragen kann genaue Angaben dazu machen, was ein Rentner wann dazu verdienen darf, ohne Abzüge fürchten zu müssen. Auch bei der Überlegung einen individuellen Renteneintritt, mit beispielsweise mit 60 Jahren, in Anspruch zu nehmen, kann ein Berater hilfreich zur Seite stehen. In jeden Fall muss die eigene Situation genau geprüft werden, bevor ein Antrag auf Rente gestellt wird.